Mai
17
2014

Bundeswehranhänger

Zuletzt aktualisiert am 23.09.2015
Drucken E-Mail

 

Passend zu unserem Unimog 411 restauriere ich einen alten Bundeswehranhänger aus den 60ern. Er hat dieselbe Radgröße und passt von den Proportionen ganz gut zum geplanten Zugfahrzeug.

Den H√§nger konnte ich dem jungen Mann auf dem oberen Bild im Hunsr√ľck abkaufen. Vielen Dank nochmals.

 

Es gibt 2 Generationen an Anh√§ngerm und die jeweils in Ausf√ľhrung mit Druckluftbremse (1,5t) oder mit Auflaufbremse (1,0t), wobei beim Bund bei der Gewichtsangabe die Nutzlast beziffert wird.

Die Druckluftbremsanlagen sind durch die Bundeswehr von Einleitungs- in 2-Leitungsbremsanlagen umgebaut. Da unser Mog zwar eine Einleitungsbremsanlage hat, ein R√ľckbau des H√§ngers auf eine Einleitungsanlage zwar leicht, aber schwierig durch den T√úV abzunehmen ist, habe ich mich f√ľr den auflaufgebremsten Anh√§nger der ersten Generation entschieden. Letztlich ist dieser auch universeller einsetzbar und passt am besten zu der Gr√∂√üen eines 411er.

 

F√ľr Anh√§nger in gutem Zustand muss man deutlich √ľber 1000‚ā¨ einkalkulieren. Den oberen habe ich deutlich g√ľnstiger bei ebay gefunden, aber man sieht auch, dass ein Lackauffrischung angemessen erscheint. :-)

 

Da ich diesen eh restaurieren und neu lackieren wollte, macht der Rost au√üer ein bisschen Arbeit nichts. Die Bleche sind recht massiv und zeigen keine Durchrostungen. Die technischen Daten k√∂nnt Ihr dem Fahrzeugschein entnehmen; dies ist √ľbrigens die Bescheinigung, die man erh√§lt, wenn man den Anh√§nger von der Bundeswehr erwirbt, um ihn dann √∂ffentlich zuzulassen.

 

 

Dies ist der dann erstellte offizielle Fahrzeugschein:

 

Das ist das original Typenschild:

 

Ein Punkt der Restaurierung wird der Kauf einer neuen Plane sein. Ich habe diverse Planenmacher im Internet angefragt und deutliche Preisunterschiede (bis zu doppelt so teuer) feststellen m√ľssen. Die 3 Planenelemente kosten beim g√ľnstigsten Anbieter ca. 167‚ā¨. Auch wenn ich nun letzlich einen anderen (lokalen) Anbieter gew√§hlt habe, m√∂chte ich diesen hier einen Link spendieren, da dieser sehr freundlich und eben g√ľnstig war. Es ist Planen-Hauser.

 

Die Ersatzteilversorgung scheint ein eher schwieriges Thema zu werden. Es gibt einige Ebay Angebote, aber keine richitgen Ersatzteillisten oder dergleichen. Und meistens sind es Ausschlachtteile, und die eher teuer.

Wenn einer von Euch dort einen Tipp hat, w√ľrde ich mich √ľber Post freuen.

 

Anbei ein paar weitere Bilder im Kaufzustand: 

 

 

Bei der Restaurierung habe ich zun√§chst die Pritsche bearbeitet. Mit der Stahlb√ľrste den Lack anrauen, den Rost so weit es geht entfernen. Danach folgte eine Rostschutz-Grundierung mit einen Farbsystem von Sch√∂ner Wohnen, die bei Stiftung Warentest positiv bewertet wurde.

 

Beim Decklack entschied ich mich f√ľr die folgenden Farben:¬†

 

Anbei Bilder der Pritsche:

 

 

 

Der Boden hatte doch einige Rostpickelchen mehr:

 

 

Danach war das Fahrgestell dran: Rostschutzlack von Hammerit in schwarz matt, wobei ich dort, wenn ich es nochmals machen w√ľ√üte, ein anderes System w√§hlen w√ľrde.

 

 

Die Achse ist hier schön zu erkennen, es ist eine Drehstabachse, der genaue Aufbau ist mir allerdings unbekannt.

 

Die Elektrik habe ich zum größten Teil neu gelegt und um eine autarke Anhängerbaterie mit 40Ah ergänzt. Über die 13-polige Anhänger-Steckdose ist diese mit dem Zugfahrzeug verbunden und wird geladen. Dies ist nicht ganz unproblematisch, da dies faktisch die beiden Batterien parallel schaltet, zumindest bei meinem Unimog 411 als Zugfahrzeug.

 

Dabei können höhe Ströme fließen, wenn diese unterschiedliche Ladungsstände haben. Diese Schaltung wird nicht empfohlen. Um die Höhe der Ströme zu kennen, habe ich ein Messgerät ergänzt, was Spannung und Strömstärke zur Batterie vermißt.

Moderne PKW haben ein Steuergerät mit Erkennung des Anhängers, so dass die Batterien nicht parallel geschaltet werden (sollten). 

 

 

 Nun einige vom fertigem Hänger, hier beim Oldtimertreffen im Sprudelhof Bad Nauheim:

 

 

 

Eine Ergänzung noch zwecks Zulassung:

Die R√ľcklichter sind kleine 4W- Birnchen, die zus√§tzlich noch in dieser F√ľhrung gekapselt und ged√§mpft sind. Bei Tag ist damit das R√ľcklicht fast nicht mehr erkennbar, womit der T√úV ein kleines Problem hatte. Ich konnte es l√∂sen, indem ich die Eins√§tze einfach herausgebrochen habe.

Anlaß zur Diskussion gab auch die am Anhänger montierte Nato-Kupplung, die ich ebenfalls entfernen musste.

 

Der Anhänger wurde dann noch auf den Namen "Annegret" getauft und der Innenausbau fing an. 

Ich m√∂chte ihn dazu nutzen, um bei Oldtimertreffen hinten eine Schlafm√∂glichkeit zu haben und ihn als Wohnmobil zu nutzen. Dazu habe ich eine Art Bettgestell 2x1m gebaut, um den in die Ladefl√§che stehende Kotfl√ľgel zu √ľberbauen.

 

In die Plane¬†hinten wurde noch eine √Ėffnung f√ľr den leichteren Zugang eingebracht und¬†2 Reisverschl√ľsse eingen√§ht: