Mai
31
2015

Unimog Teil-Getriebeinstandsetzung

Zuletzt aktualisiert am 01.06.2015
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Bei der letzten Unimog-Ausfahrt zeigte sich verst√§rkt ein Problem mit der Gangschaltung. Der 3te und 5te Gang lie√üen sich nahezu nicht mehr einlegen und die Heimfahrt war sehr schwierig, da man nun mal insbesondere den 5 Gang braucht. Begleitet wurde die Fahrt durch viel Knarren im Getriebe, so dass klar war,¬†weitere Fahrten besser zu unterlassen, bevor die Abnutzung der Schaltmuffen ganz zum Wechsel des Getriebes f√ľhren w√ľrde.

 

Eine erste Analyse zeigt, dass das Schaltgestänge in dem Schaltdeckel in beide Richtungen viel Spiel (ca. 25mm) hat und der Gangschalthebel bereits an der Motorabdeckung anschlägt, also die Schaltmuffe nicht weit genug in die Verzahnung des Zahnrades einschieben kann. Weiter hatten wir bei längerer Standzeit ein "Verkleben" der Schaltung, der viel Kraft brauchte, um es wieder zu lösen.

 

Im Internet fand sich als letzte Option ein durch die Bundeswehr instandgesetztes neues Getriebe f√ľr 1400‚ā¨, aber das w√ľrde ann√§hernd die komplette Zerlegung des Mogs bedeuten (Kabine und Motor raus). Das wollten wir uns eigentlich gerne ersparen.

 

Nun ging es vorsichtig an das erste √Ėffnen des Getriebes, da das ganze durchaus etwas komplexer ist.

Nach der Demontage aller getriebebedeckenden Blech im montierten Fahrerhaus, entfernt man die am Getriebedeckel befestigten¬†Gest√§nge f√ľr die Differentialblockierung und die Feststellbremse. Danach kann man den Deckel vorsichtig herausfrimmeln, da es sehr beengt zugeht und eine lange Schaltstange am Deckel montiert ist.

 

Der Schalthebel l√§√üt sich relativ leicht abziehen und den Schalthebel 500 entnehmen, der die Vor- und R√ľckw√§rtsbewegung des Hebels in eine axiale Wellenbewegung umsetzt. Hier war die erste Stelle, die ein gro√ües Spiel bedingt durch die Abnutzung des Kugelkopfes erzeugt hat. Wir haben den Hebel etwas mit WIG aufschwei√üen lassen und dann wieder runtergeschliffen, um die Passung zu optimieren. Weiterhin haben wir bei der Montage des Vierkants in der Schalthebelwelle, die sich eigentlich durch die Schlitzung des Vierkants fest durch die Schraube 504 anziehen lassen sollte, einige Blechstreifen (aus einer F√ľhlerlehre)¬†eingelegt, bis eine feste Verbindung zustande kam. Dies war vorher nicht der Fall, da der Vierkant und die Wellenf√ľhrung abgenutzt waren.

Der Ausbau der Welle des Hauptschaltgestänges erfordert, dass man im Schaltgehäuse montierten Zustand die Buchse 524 von der Welle heraustreiben muss. Die Buchse saß extrem fest und erst eine Erwärmung des Ganzen half dabei, diese mit festen Schlägen heraustreiben zu können.

Die kompletten Teile waren sehr schwerg√§ngig und ankorrodiert und mussten gr√ľndlich gereinigt werden. Das Geh√§use 512 hat eigentlich einen Fettf√ľhrungskanal ausgebildet, aber unsere Platte hat dazu keinen Schmiernippel. Wir haben bei der Montage deswegen alles gut mit Fett gef√ľllt.

 

Das n√§chste Teil mit Spiel ist der gro√üe Schalthebel, der in die Schaltplatte eingreift. Die Schaltfl√§chen in X waren abgenutzt und hatten Spiel, diese wurden auch aufschwei√üt und dann so zur√ľckgeschliffen, dass Sie spielfrei in die Schaltplatte eingreift. Auch hier war¬†der Hebel mit seiner formschl√ľssigen Verzahnung auf der Welle stark ausgeschlagen, so dass sowohl in axialer Richtung, wie auch in der Drehfixierung, Spiel entstanden war. Wir¬†l√∂sten dieses wiederum mit der Einlage kleiner Blechstreifen zwischen Welle und Hebel bei der Montage, und einem neuen festen Anzug der Buchse, die den Hebel gegen die zweiteiligen Wellennutringe 518 klemmt.

Letztes Spiel, wiederum in axialer Richtung, entstand bei dem Formschluss des drehbaren vorderen Schaltgeh√§uses 487, dass mit zweiteiligen Wellennutringen 516 zwischen den Geh√§usen 512 und 485 gef√ľhrt wird. Auch hier halfen mehrere Blechstreifen, die vor den Ringen in die Welle eingeschoben wurden und dass Spiel zwischen den Geh√§usen minimierten.

¬†Als letzte Ma√ünahme wurde der Schalthebel minimal nach hinten gebogen, um zuk√ľnftig nicht mehr an der Motorverkleidung anzusto√üen.

 

Die Schaltplatte wurde gereinigt und auch etwas eingefettet, obwohl diese durch das Getriebe√∂l umsp√ľlt sein sollte. Leider sah der Ausbauzustand nicht danach aus, so dass wir auch hier etwas Fett f√ľr angemessen hielten. Die Platte selbst haben wir nicht demontiert, da die Montage sensibel ist, da alle Gabeln wieder in die Muffen finden m√ľssen. Mit einer Kamera haben wir die Schaltmuffen angeschaut und sie zeigten in unseren Augen eine akzeptable m√§√üige Abnutzung. Im Anhang sind 2 Bilder der Verzahnung der Schaltmuffen zu sehen.

 

Nach der Montage zeigte sich bei der Probefahrt eine deutlich leichtere, präzisere und spielfreiere Schaltung ohne Knarren. Alles geht wieder :-); es kann weitergehen, zu einem neuen Ausflug im Sommer.